Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.
Fehlende Übereinstimmung, dass die Lösung die Schwierigkeiten tatsächlich beseitigen wird.
Mit Hilfe des Gegenwartsbaumes haben wir beim Durchschreiten der Schicht 1 die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge in der Ist-Situation der Organisation dargestellt und dadurch den Zusammenhang zwischen dem identifizierten Kernkonflikt und den Symptomen sichtbar gemacht.
Mittels der Sufficient-Cause-Logik wird ein eindeutiger Zusammenhang dargestellt, der aussagt, dass aus den genannten Ursachen (an erster Stelle der identifizierte Kernkonflikt) eindeutig die genannten Wirkungen folgen. Ausgehend davon, dass dies eine tatsächliche Abbildung der Realität ist, muss - wenn an Stelle des Kernkonfliktes eine andere, neue Ursache in das System injiziert wird („Injektion“) - diese dazu führen, dass die aus der ursprünglichen Ursache folgenden Wirkungen sich ebenfalls verändern.
Diese neue, zukünftige – heute also noch nicht existierende – Realität stellen wir dann in einem „Zukunftsbaum“ dar. Der Zweck des Zukunftsbaumes ist es, eine Strategie der Organisation zu entwickeln und zu kommunizieren; eine Strategie, die eine klare Vision enthält, wie die heute existierenden Symptome (UE’s = unerwünschte Effekte) des Gegenwartsbaumes in gewünschte zukünftige Ergebnisse (EE’s = erwünschte Effekte) umgewandelt werden können.
Damit haben wir einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Lösung („Injektion“) und den gewünschten, zukünftigen Ergebnissen dargestellt. Wenn dieser Zusammenhang den Betroffenen und Beteiligten präsentiert wird, ist er entweder sofort einleuchtend oder löst Fragen aus. Diese Fragen können zu einer Anpassung des Zukunftsbaumes führen, also zu einer Verbesserung der Lösung und einer Verbesserung Ihrer Fähigkeit, die Lösung zu verkaufen.
Zur Erläuterung nochmals die Metapher des Patienten: Anhand der Symptome findet der Arzt die Kernursachen. Mit einem Eingriff (Injektion) „verändert“ er nun die Kernursachen; die Symptome verschwinden. Eben diese Injektion (Lösung) kann im Zukunftsbaum vorgenommen werden. Die Kernursachen – Paradigmen – werden verändert. Über die logische Verkettung setzt sich diese Veränderung bis zu den Symptomen fort. Das gleicht einer Simulation. Was wird wirklich verändert? Mit den Annahmen und Argumenten wird experimentiert. Was geschieht beispielsweise im Projektmanagement, wenn das Kostendenken dem Durchsatzdenken weicht? Wie wirkt sich dieser Schritt auf Projektplanungen, überlastete Spezialisten, Pufferzeiten und das Multiprojektmanagement aus?
Mit diesen Simulationen hat sich der Gegenwartsbaum zum Zukunftsbaum – der Simulation des künftigen unternehmerischen Handelns - gewandelt. Er beschreibt, wie das Unternehmen künftig gestaltet sein soll; er skizziert die entwickelte Strategie als Vision, und er hilft, diese Strategie zu kommunizieren.
Jetzt hat sich der scheinbare Widerstand in Zustimmung verwandelt. Es besteht Einigkeit darin, dass die gefundene Lösung die Schwierigkeiten tatsächlich beseitigen und in positive Ergebnisse umwandeln wird.