Systemische Unterstützung der ToC bei gemischtem Portfolio im innovativen Unternehmen

 

Birgit Thömel - VON ARDENNE Anlagentechnik

Fortsetzung des Berichts vom 12. Netzwerktreffen - Teil 2

2007 führte VON ARDENNE im Entwicklungsbereich Critical Chain Projektmanagement ein. Seit 2010 wird CCPM auch für alle internen Projekte angewendet. Auch bei VON ARDENNE passierte es, dass man sich in der Implementierungsphase zeitweise zu stark auf die Software konzentriert habe. Denn auch dort dachte man, dass die Prozesse schon „von alleine“ entstehen würden, wenn die Software erst mal laufe. Das stellte sich Fehleinschätzung heraus: wichtiger war es, zunächst das Denken und die Prozesse zu verändern. Begeistert nutzen die Mitarbeiter die objektiv priorisierte Aufgabenliste, die sehr großen Nutzen bringt. Jedoch bildet Concerto nur Projektaufgaben ab. Und im Projektgeschäft gibt es eben auch Tagesgeschäft, Routine- und Supportaufgaben, die nicht in den Projektplänen enthalten sind. Um die Nicht-Projektaufgaben besser in den Griff zu bekommen, wurden Prozesse definiert, Prozessgruppen gegründet, und statt Abteilungsleitern Prozess- und Ressourcenleiter eingesetzt. Der Projektleiter wurde in Projektansprechpartner umbenannt, er überwacht den Projektdurchlauf, kontrolliert die Termine und bildet die Schnittstelle zum Kunden. Er hat jedoch keine Führungsverantwortung, diese liegt bei den Prozess- und Ressourcenleitern.

Außerdem wurde ein Dispositionstool implementiert, das sowohl die Projektaufgaben als auch alle anderen Aufgaben steuert. Dadurch entsteht ein besserer Überblick zur Vermeidung von Multitasking und Überlastung. Ein Teil des neuen Systems ist ein Ticketingsystem, das für Support-Aufgaben verwendet wird. Jeder Mitarbeiter kann ein Ticket erstellen, wenn der die Unterstützung eines Support-Teams braucht. Das System entlastet die Support-Mitarbeiter, die nicht mehr so oft angerufen werden und nun klarer formulierte, schriftliche Problembeschreibungen erhalten. Außerdem erhält jedes Ticket eine Priorität basierend auf der taktischen Priorität des korrespondierenden Projekttasks. Die Ressourcenleiter der Supportteams können nun auch den Durchlauf der Tickets prüfen und Überlastung erkennen.

Momentan wird an der Verbesserung der Analysefunktionen gearbeitet, um Durchsatz, Durchlaufzeiten der Prozesse, Engpässe und Verzugsgründe einfacher zu erfassen und auszuwerten.

Uwe Techt ergänzte den Vortrag von Frau Thömel und nannte den Fall VON ARDENNE aus zwei Gründen bemerkenswert: Beide Geschäftsführer setzen sich von Anfang an mit aller Kraft und Intensität für die Theory of Constraints ein. Zudem entwickelt VON ARDENNE die TOC im eigenen Unternehmen seit 2007 selbstständig weiter und hat dabei vieles von dem entwickelt, was auch die TOC-Community in der Zwischenzeit gelernt hat.

 

Posted from Claudia Simon, 03.12.2011 00:00