Serie "Goldratt und die TOC" Teil 66: Wie überzeuge ich die Anderen? (Forts.)

Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.

Logische Zusammenhänge

Bevor wir nun die einzelnen Denkprozesse und deren Verbindung darstellen, müssen wir die zwei „Logik-Konzepte“ verstehen, die den Kern der TOC-Denkprozesse ausmachen: die „Necessary-Cause-Logik“ und die „Sufficient-Cause-Logik“

Necessary-Cause-Logik

Von „Necessary-Cause-Logik“ sprechen wir dann, wenn ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang in der folgenden Form dargestellt wird: „Um A zu erreichen, muss ich (vorher) B erreicht/getan/sichergestellt haben“
Necessary-Cause-Logik beschreibt also die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen.

Die so dargestellten Ursache-Wirkungs-Verknüpfungen basieren stets auf impliziten Annahmen, die dadurch diskutierbar und hinterfragbar werden, dass wir sie expizit in folgender Form formulieren: „Um A zu erreichen, muss ich B sicherstellen, weil X“

Necessary-Cause-Logik

„X“ steht dabei für die bis dahin unausgesprochene Annahme der Person, die den Ursache-Wirkungs-Zusammenhang postuliert hat. Diese Annahme kann so zu einer gemeinsamen Argumentation eines Teams werden oder auch als nicht zutreffende Annahme identifiziert werden. Letzteres kann dazu führen, dass die behauptete Ursache-Wirkungs-Verknüpfung aufgelöst und ggf. durch eine andere ersetzt wird.

Die Verwendung des einfachen Satzes „Um A zu erhalten, muss ich B sicherstellen, weil X“ ist also eine wirkungsvolle Methode, mit der die Intuition Einzelner über Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge dargestellt und zum gemeinsamen Wissen eines Teams weiterentwickelt werden kann.Sufficient-Cause-Logik

Die TOC-Denkprozesse, die auf diesen beiden logischen Konzepten beruhen, erhalten dadurch ihre starke Wirkung, dass sie es uns ermöglichen, unser intuitives Verständnis hinsichtlich logischer Zusammenhänge darzustellen und zu überprüfen. Sie sind auch deshalb besonders wirksam, weil sie es durch ihre grafische Darstellung ermöglichen, eine größere Folge von Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge auf einen Blick wahr zu nehmen, zu verstehen und zu bearbeiten.

Im Folgenden werden nun die einzelnen Ebenen des Widerstandes und die auf diesen Ebenen genutzten Methoden / Denkprozesse beschrieben.

Sufficient-Cause-Logik

Sufficient-Cause-Logik besteht aus der Beschreibung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen in der Form „Wenn A dann B weil X“.

Mit Hilfe der Suficcient-Cause-Logik beschreiben wir eine real existierende Situation und deren Ursachen bzw. eine in der Zukunft erwünschte Situation und die dafür zu setzenden neuen Ursachen. Da oft erst mehrere Ursachen eine Wirkung erzeugen, drückt sich die Sufficient-Cause-Logik oft auch in dieser Form aus: „wenn A und wenn B und wenn C dann D“

Posted from Sandra Schmadtke, 27.04.2010 00:00