Serie "Goldratt und die TOC" Teil 64: Wie überzeuge ich die Anderen? (Forts.)

Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.

Obwohl nicht in jedem Fall alle sechs Schichten des Widerstandes auftreten, scheint es doch so zu sein, dass Widerstände - wenn sie auftreten – in dieser dargestellten Reihenfolge auftauchen. Zumindest sollten sie in dieser Reihenfolge angesprochen und geklärt werden, denn es erscheint selbstverständlich, dass wir kaum über Stolpersteine der Umsetzung einer Lösung (Schicht 5) reden werden, wenn diese Lösung selbst noch nicht verstanden und akzeptiert ist (Schichten 2,3,4). Diese natürliche Reihenfolge der Schichten des Widerstandes ermöglicht es uns, einen systematischen Prozess zu entwickeln, der die Widerstände erkennt, sie bearbeitet und in Zustimmung und Zusammenarbeit umwandelt.

Wenn der Promotor einer Lösung oder eines neuen Konzeptes die Ebenen des Widerstandes kennt und mit ihnen umgehen kann, dann verbessert dies seine Fähigkeit, die Lösung zu verkaufen und die erforderliche Zustimmung und Zusammenarbeit zu bewirken, erheblich.

Die Schichten des Widerstandes und der richtige Umgang mit ihnen beinhaltet jedoch noch einen viel weitergehender Nutzen als lediglich die Überwindung der Widerstände. Anstatt Widerstände als etwas Problematisches und Störendes zu empfinden, verwenden wir sie als ein wertvolles Hilfsmittel um Optimierungsmöglichkeiten an unseren Konzepten zu erkennen und zu nutzen.

Zum Beispiel:

Wenn wir im Rahmen einer Konzeptentwicklung bei der Schicht 4 („ja, aber…“) ankommen, dann hilft uns die Analyse möglicher negativer Nebeneffekte in zweifacher Hinsicht:

  • Die Lösung so weit zu verbessern, dass diese negativen Nebeneffekte nicht auftreten
  • Die „Bedenkenträger“ in den Konzeptionsprozess so einzubinden, dass diese an der Gestaltung des Konzeptes aktiv mitwirken. Dadurch ist ihre Unterstützung und Mitwirkung bei der späteren Umsetzung des Konzeptes nahezu sichergestellt.


Noch ein Beispiel (Schicht 5 - Stolpersteine):

Wenn wir bei der Erstellung eines Umsetzungsplanes für unser Konzept die möglichen Stolpersteine aktiv suchen, statt sie nur auf uns zukommen zu lassen, dann hilft uns auch das in zweifacher Hinsicht:

  • Wir verbessern den Implementierungsplan
  • Wir gewinnen durch das Adressieren und Bearbeiten der Stolpersteine auch die Zusammenarbeit und Mitwirkung derjenigen Personen, die sonst als „Bedenkenträger“ gelten.

 

Posted from Sandra Schmadtke, 13.04.2010 00:00