Auszug aus "Goldratt und die Theory of Constraints" von Uwe Techt.
Zuverlässigkeit und Effektivität
Damit die gesamte Lieferkette synchronisiert werden kann, sind nur zwei zentrale Kennzahlen erforderlich:
Zuverlässigkeit (D€T)
Liefern wir das, was benötigt wird, rechtzeitig? Diese Frage wird beantwortet durch die „Durchsatz-Euro-Tage“ (D€T). Dazu wird der Wert der verspäteten Lieferung mit der Anzahl der Verspätungstage multipliziert. Der Wert der verspäteten Lieferung ist der Endkunden-Preis! Mit dieser Kennzahl misst jeder Kunde (auch innerhalb der Lieferkette) seine Lieferanten. Der Zielwert ist immer Null!
Effektivität (B€T)
Haben wir unsere Bestände bis auf das Niveau der erforderlichen Sicherheitsbestände gesenkt? Diese Frage wird durch die Kennzahl „Bestands-Euro-Tage“ (B€T) beantwortet. Dazu wird der Wert (zu Einkaufspreisen) der Waren, die sich unter Kontrolle eines Teiles der Supply-Chain befinden, mit der Anzahl der Tage, die die Waren dort verbleiben (lagernd oder im Verarbeitungsprozess), multipliziert.
Diese Kennzahl zeigt, ob wir effektiv sind und sie führt dazu, dass Durchlaufzeiten und Bestände gesenkt werden. Die Bestandsreduzierung darf allerdings nie zu Lasten der Zuverlässigkeit gehen. Die Effektivität ist der Zuverlässigkeit stets nachgeordnet.
Denkanstöße
Von welchen Lieferketten ist Ihr Unternehmen ein Bestandteil?
Wie werden diese Lieferketten gemanagt? Welche Kennzahlen und Bewertungskriterien gelten?
Wo leiden Sie oder andere unter zu geringen oder zu hohen Beständen? Unter dringenden Bestellungen oder unter unzuverlässigen Lieferanten?
Welche spürbaren Auswirkungen hat das auf Ihr Unternehmen?
Zusammenfassung
Die Schwierigkeiten in der Lieferkette entstehen, weil jeder einzelne sich als unabhängiges Teil versteht und managt. Dadurch werden die Bestände downstream „gepuscht“. Pull-Distribution erfordert signifikant geringere Bestände in der gesamten Lieferkette und erhöht die Flexibilität in allen Bereichen.